Ärger zwischen Krankenkassen und Krankenhäusern

Accounting(fb-Juni 2014) Die Vorwürfe der Krankenkassen haben es in sich: Über die Hälfte aller Krankenhaus-Abrechnungen soll laut den gesetzlichen Kassen zu hoch sein. Den Versicherten entstehe dadurch ein Schaden von über zwei Milliarden Euro, wie die Frankfurter Rundschau berichtet. Diesen Vorwurf weisen die Krankenhäuser energisch zurück. Von gezielter Falschabrechnung könne keine Rede sein.

 

Laut dem Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) waren im ersten Halbjahr 2013 knapp 53 Prozent aller überprüften Rechnungen zu hoch, genauso wie im Gesamtjahr 2012. So seien Behandlungen abgerechnet worden, die nicht oder nicht in dem behaupteten Umfang erbracht worden seien. Damit liege die Quote im dritten Jahr in Folge über 50 Prozent.

Die Krankenkassen sind gesetzlich dazu verpflichtet, mithilfe des Medizinischen Dienstes der Kassen (MDK) die Klinik-Abrechnungen zu überprüfen. Dies kann zum Beispiel ein zu langer Aufenthalt im Krankenhaus bei einer leichten Erkrankung sein, oder eine zur Abrechnung gebrachte Leistung, die so nicht erbracht worden ist. Über die Ergebnisse dieser Überprüfungen gibt es immer wieder Diskussionen.

Ergibt die Prüfung, dass eine Abrechnung falsch war, muss die Klinik den zu viel erhaltenen Betrag zurückzahlen. Laut Hauptgeschäftsführer Georg Baum von der Deutschen Krankenhausgesellschaft sind „ die Aussagen schlichtweg falsch“. Von gezielter Falschabrechnung könne daher keine Rede sein, da über 95 Prozent der Klinikabrechnungen, bei rund 18,6 Millionen Behandlungsfällen, schließlich unbeanstandet blieben.

Die Problematik ist aber auch häufig in einem sehr komplexen Abrechnungssystem zu suchen, wo ein Vorsatz der Falschabrechnung nicht immer gegeben ist. Krankenhäuser müssen die Behandlungsweise eines Patienten im Vorhinein entscheiden, die Prüfung der Kassen erfolgt erst im Nachhinein. Daher sind automatisierte Plausibilitätsprüfungen aller Rechnungen immer problematisch. Eine individuelle Schnellprüfung weist hier eine geringere Fehlerquote auf. Daher geht es in Summe immer um einzelne Streitfälle zwischen Kassen und Krankenhäusern, die von einem generellen Vorwurf der Falschabrechnung weit entfernt sind.

Quelle Text: Zeit Online, Weser Kurier, Frankfurter Rundschau