Bionik: Die Natur als Vorbild für die Medizintechnik

BIONIK(fb) Schon seit tausenden von Jahren dient die Natur den Menschen als Vorbild. Für den Bereich der Medizintechnik wird die Bionik als wissenschaftliche Methode immer unverzichtbarer, damit Produkte dem natürlichen Vorbild näher kommen. Wie hilft hier die Bionik mit der Übertragung von Phänomenen der Natur auf die Medizintechnik?

Bionik wird im deutschen Sprachgebrauch als Kofferwort verstanden, welches sich aus den Wörtern Biologie und Technik zusammensetzt. Der Bionik geht es um systematisches Erkennen von Lösungen der belebten Natur; sie grenzt sich damit von der zweckfreien Naturinspiration ab. Ihr Ziel ist stets ein von der Natur getrenntes technisches Objekt oder Verfahren. Damit unterscheidet sich die Bionik von Wissenschaften, die biologische Prozesse nutzen und erweitern, wie die Bioinformatik, Biophysik und Biochemie.

Das wohl älteste bekannte Beispiel dafür ist Leonardo da Vincis Idee gewesen, den Vogelflug auf seine Flugmaschine zu übertragen. Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts erfand der Schweizer George de Mestral nach dem Vorbild der Kletten den Klettverschluss.

Im Bereich der Medizintechnik dient die Bionik seit Jahrzehnten Ingenieuren, Konstrukteuren und Wissenschaftlern der unterschiedlichsten Fachgebiete für die Entwicklung von neuartigen Prothesen, Implantaten und Technologien, die Menschen helfen sich mit ihrer Krankheit im Alltag zu arrangieren.

Immer mehr Hochschulen bieten inzwischen den Studiengang Bionik an, der über den Bachelor of Science in sieben Semester abgeschlossen werden kann. Zumeist können diese Studiengänge noch über einen forschungsorientierten Master-Studiengang in Bionik ergänzt werden. Zudem setzt sich in Bremen die Gesellschaft für Technische Biologie und Bionik (GTBB) dafür ein, Inhalte und Arbeitsweisen der Bionik einer breiten Öffentlichkeit nahe zu bringen. Dabei ist es ein besonderes Anliegen des Vereins, die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses auf dem Gebiet der Bionik voranzutreiben. Davon profitieren auch die Medizintechnik Unternehmen, die sich mit der Neu- und Weiterentwicklung ihrer Produkte beschäftigen.

Quelle: Wikipedia, Otto Bock, Hochschule Bremen