Chancen im russischen Medizintechnikgeschäft nutzen

GHE e.V.(September 2016) Der russische Markt für Medizintechnik ist im Jahr 2015 um rund zehn Prozent geschrumpft. Russland ist jedoch trotz angespannter wirtschaftlicher Lage, der Bevorzugung von Herstellern aus der Eurasischen Wirtschaftsunion, Importsubstitutionen, politischer Krisen und Sanktionen von westlichen Staaten für deutsche Medizintechnikunternehmen ein bedeutender Exportmarkt. Das Land ist bei hochwertiger Medizintechnik weiterhin auf Importe angewiesen.

Spätestens 2017/18 kann nach Ansicht der Germany Trade & Invest (GTAI) mit einem Ansteigen des Marktvolumens für Medizintechnik gerechnet werden, da die höchstzulässige Betriebsdauer vieler medizintechnischer Hochtechnologiegeräte, die in den Jahren verstärkter Investitionen angeschafft wurden, abläuft und repariert oder ausgetauscht werden muss. Die Nachfrage privat finanzierter und betriebener medizinischer Einrichtungen wird aufgrund von Konzessionen für Aufgaben der öffentlichen Gesundheitsversorgung ebenfalls wachsen, da diese das Niveau der Gesundheitsfürsorge in russichen Regionen erhöhen sollen.

Russland hat großes Modernisierungspotential in bereits erschlossenen Regionen, bietet aber auch viele unerschlossene Regionen mit großen Wachstumspotentialen.

Kooperationen mit russichen Unternehmen bedürfen einer sorgfältigen Vorbereitung unter Berücksichtigung der lokalen Gegebenheiten und Anforderungen. Deutsche Hersteller von Medizintechnik benötigen für ihre Produkte heute Alleinstellungsmerkmale wie Wartungsleistungen, rasche Verfügbarkeit von Ersatzteilen, herausragende Bedienbarkeit, überdurchschnittliche Betriebsdauer oder Ausbildungshilfen für Bedienpersonal, um auf dem russichen Markt erfolgreich zu sein.

Die German Healthcare Export Group e. V. (GHE) veranstaltet am 10. Oktober 2016 das Seminar “Export deutscher Medizintechnik nach Russland und Zentralasien unter neuen Voraussetzungen”, um deutsche Unternehmen aus der Medizintechnik fit für die Herausforderungen des russischen Marktes zu machen. Den Teilnehmern wird ein umfassender Ein- und Überblick über die Bedingungen und Möglichkeiten des russischen und zentralasiatischen Markets vermittelt. Hochkarätige Experten berichten u. a. über ihre Einschätzung zur Ausrichtung der Gesundheitspolitik in Russland, den gesundheitlichen Rahmenbedingungen, Zertifizierungs- und Zulassungsfragen sowie den rechtlichen Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Geschäftstätigkeit in Russland und Zentralasien.

Die GHE vertritt als Exportverband mehr als 50 Industrie- und Handelsunternehmen der Medizintechnikbranche. Die Medizinprodukteindustrie beschäftigt in Deutschland rund 195.000 Menschen und investiert ca. neun Prozent ihres Umsatzes in Forschung und Entwicklung neuer Produkte und Verfahren.

Quelle Text und Bild: German Healthcare Export Group e. V. (GHE e. V.)