ESA Prize 2015 für Professor Marcus Schultz

EZA 2015 Preisverleihung(fb-Juni 2015) Professor Marcus Schultz vom Academic Medical Center der Universität Amsterdam (AMC) in den Niederlanden ist Träger des diesjährigen ESA Prize in Anaesthesia and Intensive Care Medicine. Die Europäische Gesellschaft für Anästhesiologie (ESA) zeichnete den Forscher für seine Untersuchung „High versus low positive end-expiratory pressure during general anaesthesia for open abdominal surgery“ mit dem Preis in Höhe von 10.000 Euro aus. Dräger, ein international führendes Unternehmen der Medizin- und Sicherheitstechnik, stiftete das Preisgeld.

 

Professor Wolfgang Buhre, Vorsitzender des wissenschaftlichen Ausschusses der ESA, überreichte den Preis im Rahmen der Euroanaesthesia 2015 gemeinsam mit Michael Wilkening, Leiter des Bereichs OR (Operating Room) im Marktsegment Krankenhaus bei Dräger.

Die Untersuchung von Professor Schultz befasste sich mit der bisher noch ungeklärten Rolle von positiven endexspiratorischen Drücken (PEEP) in der mechanischen Beatmung bei chirurgischen Eingriffen unter Vollnarkose. Entsprechend stellten Schultz und sein wissenschaftliches Team die Ausgangshypothese auf, dass Risikopatienten weniger postoperative Lungenkomplikationen erleiden, wenn bei einem offenen abdominalchirurgischen Eingriff ein hoher PEEP und Rekrutierungsmanöver bei niedrigem Tidalvolumen eingestellt werden.

Von Februar 2011 bis Januar 2013 wurden für die Untersuchung per Zufallsauswahl 447 Patienten mit einem höheren PEEP und 453 mit einem reduzierten PEEP behandelt2. In der einen Versuchsgruppe betrug der PEEP durchschnittlich 12 cm H2O (IQR 12-12). In dieser Gruppe verzeichnete das Untersuchungsteam bei 174 Patienten (40%) postoperative Komplikationen. Bei der Gruppe mit niedrigem PEEP (durchschnittlich 2 cm H2O (0-2)) waren es kaum weniger, nämlich 172 (entspricht 39%). Jedoch entwickelten Patienten mit höherem PEEP eine intraoperative Hypotension und benötigten mehr vasoaktive Medikamente.

Somit widerlegte die Untersuchung die Ausgangshypothese: Ein Beatmungskonzept mit hohen PEEP-Drücken und Rekrutierungsmanövern bei offenen Abdominaloperationen schützt nicht vor postoperativen Lungenkomplikationen. Entsprechend sollte ein intraoperatives protektives Beatmungskonzept ein niedriges Tidalvolumen und niedrige endexpiratorische Drücke ohne Rekrutierungsmanöver vorsehen.

 

ESA Prize zum neunten Mal verliehen

Der ESA Prize in Anaesthesia and Intensive Care Medicine wird jährlich für ein Forscherteam aus der Anästhesie oder Intensivmedizin ausgelobt. Er soll die Zusammenarbeit im Team stärken und die Kooperation zwischen Klinik und Unternehmen in der wissenschaftlichen Forschung fördern. Ausgezeichnet werden wissenschaftliche Arbeiten, die bereits im Vorjahr veröffentlicht wurden. Der Preis wurde erstmals 2007 verliehen.

 

Über Dräger

Dräger ist ein international führendes Unternehmen der Medizin- und Sicherheitstechnik. Unsere Produkte schützen, unterstützen und retten Leben. 1889 gegründet, erzielte Dräger 2014 weltweit einen Umsatz von rund 2,43 Mrd. Euro. Das Lübecker Unternehmen ist in mehr als 190 Ländern vertreten und beschäftigt weltweit rund 13.500 Mitarbeiter.

 

Quelle Text: Drägerwerk AG & Co. KGaA

Quelle Bild: © Drägerwerk AG & Co. KGaA, Bildunterschrift:

Preisübergabe: (v.l.n.r.) Michael Wilkening, Leiter des Bereichs OR (Operating Room) bei Dräger; Prof. Marcus Schultz, Academic Medical Center der Universität Amsterdam (AMC); Prof. Wolfgang Buhre, Vorsitzender des wissenschaftlichen Ausschusses der ESA (European Society of Anaesthesiology).