Was macht die elektronische Gesundheitskarte (eGK)?

Gesundheitskarte (fb) Die elektronische Gesundheitskarte (eGK) soll zum 1. Januar 2014 die am 1. Januar 1995 eingeführte Krankenversicherungskarte in Deutschland ersetzen. Laut § 291a SGB V ist ihre Einführung gesetzlich vorgeschrieben. Mit der Einführung der Karte geht die Einrichtung einer komplexen Telematikinfrastruktur einher, mit dessen Aufbau die Firma gematik – Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte mbH beauftragt wurde. Die Ärzte verhandeln noch, wie viel sie für den fast freiwilligen Stammdatenabgleich der Versichertendaten bekommen und ob sie dafür Umsatzsteuer zahlen müssen, da diese IT-Routineabfrage keine ärztliche Leistung darstellt. Und wie sieht momentan die Einführung der eGK aus Sicht der Krankenkassen aus?

Noch im Juni 2013 gab es eine Erklärung des Verwaltungsrates des GKV Spitzenverbandes, wo der Gesetzgeber aufgefordert wurde, stringente gesetzliche Rahmen- und Organisationsbedingungen für eine nutzenorientierte Telematikstruktur zu schaffen. Florian Lanz, Pressesprecher des GKV Spitzenverbandes meinte dazu, „dass für die Krankenkassen das Projekt der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) aufgrund der erheblichen finanziellen Investitionen, finanziert aus den Beiträgen der Versicherten und Arbeitgeber, ohne erkennbaren Mehrnutzen im Vergleich zu der bisherigen Krankenversicherungskarte nicht zu rechtfertigen ist“.

Die Versicherten werden momentan von den Kassen aufgefordert ihr Lichtbild per Photo, oder aber per Upload über den Computer zuzusenden. Laut Aussage der AOK Bremen-Bremerhaven sind dieser Aufforderung bisher schon ca. 85% der Versicherten nachgekommen. Versicherte, die noch keine neue Gesundheitskarte haben, müssen nicht fürchten, dass sie ab 1. Januar 2014 nicht mehr behandelt werden. Allerdings müssen sie einige Dinge beachten, damit Rechnungen nicht privat bezahlt werden müssen. Was passiert aber, wenn kein Bild eingesendet wird ?

 

Der Krankenkassenverband hat hierzu folgendes Prozedere festgelegt:

  1. Behandlung erfolgt ohne Karte.
  2. Innerhalb von 10 Tagen ist ein gültiger Versicherungsnachweis (eGK oder Ersatznachweis) nachzureichen.
  3. Falls dies nicht geschieht, kann der Arzt eine Rechnung ausstellen, die der Versicherte zunächst privat zu begleichen hat.
  4. Der Versicherte hat bis zum Ende desselben Quartals, in dem die Behandlung stattfand, Zeit, einen gültigen Versicherungsnachweis beim Arzt nachzureichen. Dann muss der Arzt den Rechnungsbetrag an den Patienten zurückerstatten und rechnet dann die Leistungen mit der Krankenkasse ab.

Daher ist es aus Sicht der Kassen für die Versicherten dringend ratsam, eine eGK vorzulegen, da sich Patienten nicht darauf verlassen können, dass die alte Karte noch von allen Gesundheitsleistern akzeptiert wird. Im Zweifel bleiben Versicherte auf ihren Behandlungskosten sitzen.

Quelle: Wikipedia, GKV-Spitzenverband, heise online, Infoportal Gesundheitskarte