Nachlese zur MedTranslate 2014

Symposium(fb-Oktober 14) GxP Language Services, ein auf die Bereiche Medizin, Medizintechnik und Pharma spezialisiertes Sprachdienstleistungsunternehmen, veranstaltete vom 3. – 5. Oktober 2014 in Freiburg im Breisgau die MedTranslate 2014. Das Programm und die Workshops dieser internationalen Konferenz richteten sich speziell an Unternehmen, die Übersetzungen in den Bereichen Medizin(technik) oder Pharma benötigen, sowie an Fachübersetzter und Dolmetscher in den Bereichen Medizin und Pharmazie. 40 % der gut über 100 Teilnehmer waren potenzielle Käufer von Übersetzungsdienstleistungen, was zeigt, wie wichtig es diesen Unternehmen ist, Spezialisten für ihre Übersetzungsprojekte zu finden.

 

Die Keynote-Rede vor den über 100 Teilnehmern aus ganz Europa und den USA hielt Jean-Baptiste Michon von der Firma ENOVACOM in Frankreich, der aus der Sicht eines Endkunden die Bedürfnisse und Anforderungen an Übersetzungsdienstleister darlegte. Danach folgte eine breite Palette interessanter Themen, die von hochspezialisierten Rednern präsentiert wurden, wie z. B. Maarten Milder (Niederlande), der die übersetzungsrelevanten Qualitätssicherungsprozesse und SOPs bei Medtronic vorstellte. Dr. Frank Reininghaus (Schweiz) referierte über die anstehenden regulatorischen Änderungen in der Medizintechnik, die auch Auswirkungen auf die Übersetzung der Produktdokumentation und der Handbücher haben werden. Susanne Geercken von Pfizer und Marion Alzer gaben einen Überblick über die Besonderheiten der verschiedenen Texte, die während des Produkt-Life-Cycles anfallen und welchen Einfluss diese auf die Übersetzungen haben.

Weitere Highlights waren Dr. Ed Zanders (Großbritannien), der sich als Trainer in der Pharmazeutischen Industrie einen Namen gemacht hat, Emma Goldsmith (Spanien), die in der Übersetzungsindustrie als die Spezialistin in der Verwendung der EMA-Templates für die Übersetzung von SPCs/PILs bekannt ist, sowie Matthias Heyn (Deutschland) von SDL, der den optimalen Ablauf bei der Übersetzung sogenannter Variations erklärte.

Nicht unerwähnt bleiben sollten andere Präsentationen, die von namhaften Übersetzerinnen und Übersetzern vorgetragen wurden, wie z. B. Alessandra Martelli (Italien), die einen sehr interessanten Vortrag über die Herausforderungen bei der Übersetzung von medizinischen Texten für die breite Öffentlichkeit hielt, Pablo Mugüerza (Spanien), der über die aktuellen regulatorischen Richtlinien bei Klinischen Studien sprach, oder Karen Leube (Deutschland), die sich mit dem Thema Lektorat befasste.

Einen fulminanten Schlusspunkt setzte Dr. Jacob de Wolff (Großbritannien), der Gründer des WikiProject Medicine. Er erläuterte den enormen Aufwand, der von ihm und anderen ehrenamtlich tätigen Ärzten betrieben wird, um sicherzustellen, dass die medizinischen Inhalte in Wikipedia fachlich korrekt und in möglichst vielen Sprachen verfügbar sind.

Die zwei Kernthemen, die alle Präsentationen durchzogen, waren: Für medizinische Übersetzungen werden, wie überall in der Medizin, Spezialisten benötigt und diese Spezialisten müssen sich regelmäßig fortbilden. Daher passte es gut in das Bild, dass während der Konferenz die Beta-Version einer speziellen Internetplattform für medizinische Übersetzer und Dolmetscher (http://alexandria-faculty.com/) freigeschaltet wurde, die es zukünftig potentiellen Kunden erleichtern soll, spezialisierte Übersetzer zu finden.

Die wenigsten hätten vor dieser Konferenz erwartet, dass sich die Teilnehmer in den Pausen darüber unterhalten würden, wie sich die Qualität von Übersetzungsprojekten durch die Anwendung von Six-Sigma-Prozessen verbessern lassen kann, oder wie man als Übersetzer am besten WebCrawler und Data Mining Tools einsetzt, um Terminologie-Fragen zu klären.

Das Mercure Hotel Panorama mit seiner hervorragenden Küche und seinem freundlichen Personal bot den Teilnehmern auch eine ideale Umgebung, um neue Kontakte zu knüpfen und Informationen auszutauschen.

Quelle Text: GxP Language Services

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