OP der Zukunft: Bessere Vernetzung von Medizintechnik

Vernetztes OP(fb-Dezember 2014) Die zunehmende Technisierung in heutigen Operationssälen stellt das OP-Personal vor immer größere Herausforderungen. Die größte Komplexität besteht darin, medizintechnische Systeme von unterschiedlichen Herstellern mit der Hilfe von intelligenten IT-Systemen untereinander zu vernetzen. Das Team um Prof. Dr. Klaus Radermacher vom Lehrstuhl der Medizintechnik im Helmholtz-Institut für Biomedizinische Technik der RWTH Aachen lotet zur Zeit aus, welche offene Standards gegeben sein müssten, damit diese allen Produzenten gleichermaßen zugängig sind.

 

„Wenn alle Geräte und Systeme den Datenaustausch und die Vernetzung unterstützen, werden die Krankenhäuser, Medizinischen Versorgungszentren und Arztpraxen von vielen Aufgaben entlastet“, betont Prof. Radermacher. Dazu gehören eine automatische OP-Planung und OP-Dokumentation sowie die ebenso automatische Übertragung an die Rechnungsabteilung der jeweiligen Institutionen. Weitere Herausforderungen stellen sich durch die Übertragung der Patientendaten in die elektronische Krankenakte und die Übermittlung von elektronischen Patientendaten, im Rahmen der gesetzlichen Anforderungen und des Datenschutzes, an die Hausärzte und Kostenträger.

„Technische Systeme müssen interoperabel sein“, betont dieTelemedizin-Expertin Prof. Dr. Sylvia Thun von der Hochschule Niederrhein. „Durch eine Interoperabilität wird gewährleistet, dass alle Medizingeräte und die unterschiedlichen IT-Systeme einen reibungsfreien Datenfluss der Patientendaten ermöglichen.“

Internationale Standards für die Datenübertragung bilden nur die Grundlage für den voll vernetzten Operationssaal. Wichtig ist aber für die Zukunft, dass die Hersteller von Medizintechnik und IT-Systemen ihre Schnittstellen offen legen, damit sich die Vision einer durchgängigen Patientendokumentation auch in Real erfüllen lässt.

Quelle Text: eGovernment Computing, RWTH Aachen Helmholtz Institut

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