Roboter lernen bei Schäden in Minuten mit „Behinderung“ zu leben

Roboter und Medizin(fb-Juni 2015) So futuristisch es auch klingen mag, aber Roboter in Operationssälen und in der Pflege sind längst Alltag in der Medizin, oder befinden sich in der Erprobungsphase. Roboter und Computer werden den Ärzten immer mehr zur Hand gehen und so zu unverzichtbaren Assistenten. Was aber, wenn es bei den Eingriffen und den zu verrichtenden Tätigkeiten zu Schäden an den Robotern kommt?

 

Die Funktionsweise von Robotern ist bisher noch ziemlich starr. Französische Wissenschaftler haben nun aber Konzepte entwickelt, mit denen die Systeme ihre Aufgaben auch dann weiter ausführen können sollen, wenn sie beispielsweise durch Schäden nicht mehr der Standard-Prozedur folgen können.

 

Neue Strategie in zwei Minuten

Den Entwicklern des Instituts für intelligente Systeme und Robotik der Universität Marie & Pierre Curie sowie der Universität Lothringen ist es nun gelungen, dass Roboter Schäden automatisch in weniger als zwei Minuten ausgleichen können. Ihre Ergebnisse wurden nun in der renommierten Fachzeitschrift Nature veröffentlicht.

Das Einstellen auf mögliche Probleme beginnt dabei schon früh: Bereits vor seinem Einsatz nutzt der Roboter eine Simulation seines Körpers, um virtuell verschiedene Strategien zur Umsetzung seines Auftrages zu erarbeiten. Eine daraus entstehende Matrix dient als simulierte Intuition des Systems. Er speichert dort die möglichen Bewegungen und die damit erreichbaren Leistungen ab.

Wird der Roboter nun beschädigt, nutzt er einen intelligenten Trial and Error-Algorithmus, der auf die in der Matrix abgespeicherten Informationen zurückgreift. Mit diesem werden die verschiedenen Bewegungsabläufe durchgespielt und ermittelt, welche am besten einen entstandenen Schaden ausgleichen können. Funktioniert eine Bewegung im Test nicht, verwirft der Algorithmus auch ähnliche Bewegungsabläufe und versucht völlig neue Abläufe. So lassen sich binnen nur weniger Minuten völlig neue Muster zum Einsatz bringen.

 

Quelle Text: Planet Wissen, WinFuture

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