SALVIA erhält INDUSTRIEPREIS 2015 im BEST OF der Kategorie Medizintechnik

bestof_industriepreis_2015_3500px(fb-Juli 2015) Die Firma SALVIA medical GmbH & Co.KG konnte sich mit dem Beatmungsgerät elisa800VIT unter den besten Produkten beim INDUSTRIEPREIS 2015 platzieren. Neben dem IF Award und dem RedDot Award ist dies schon die dritte Auszeichnung für die elisa800VIT. Prämiert wurde in der Kategorie Medizintechnik das erste weltweit vollintegrierte EIT-System, mit dem die Lunge eines beatmeten Intensivpatienten durchgehend überwacht und die Beatmungseinstellungen der Lunge angepasst werden können. Die Initiative Mittelstand führte dazu ein Gespräch mit der Firma SALVIA. Zum Interview:

 

Ihr Produkt gehört zu den Besten beim INDUSTRIEPREIS 2015. Können Sie uns Ihre Lösung in drei prägnanten Sätzen beschreiben?

Die lebensrettende Beatmungstherapie auf Intensivstationen geht mit unterschiedlichen Komplikationen einher, welche zwischenzeitlich als beatmungsinduzierte Komplikationen bezeichnet werden. Bisher konnten die entscheidenden Anpassungen der Beatmungseinstellungen nur auf Basis punktueller Röntgen- oder CT-Aufnahmen, Blutwerte oder der Erfahrungen des Behandlungsteams angepasst werden. Mit der neuen ventilatorintegrierten Impedanztomographie können die Lunge des beatmeten Intensivpatienten fortlaufend bildgebend überwacht und die Beatmungseinstellungen unter Sicht angepasst werden.

 

Was ist aus ihrer Sicht das Innovative an Ihrer Industrielösung?

Durch die weltweit erste Kombination aus der modernsten Impedanztechnologie in einem Intensivrespirator der Premiumklasse können Intensivmediziner fortlaufend die Auswirkungen der Beatmungstherapie direkt am Patientenbett beurteilen, Komplikationen frühzeitig erkennen und geeignete Maßnahmen bereits in der Frühphase einleiten. Vergleichbar eines Navigationsgerätes für die Beatmungstherapie kann die Intensivbeatmung fortlaufend überwacht, die Notwendigkeit anderer bildgebenden Verfahren mit Strahlenbelastung minimiert und komplikationsbehaftete Transporte innerhalb der Klinik vermieden werden.

 

Warum braucht ein Unternehmen eine Lösung wie Ihre und welche Vorteile bietet sie anderen Industrieunternehmen?

Die integrierte Impedanztomographie der elisa800VIT gibt uns einen deutlichen Wettbewerbsvorteil im internationalen Markt und stärkt den Standort Deutschland. Für unsere Klinikkunden ergeben sich vollkommen neue Möglichkeiten der Intensivtherapie und ein neues Sicherheitsniveau. Das kann kostenträchtige Komplikationen vermeiden helfen und unterstützt somit nicht nur die Behandlungsqualität, sondern auch die wirtschaftliche Gestaltung der modernen Intensivtherapie.

 

Wie lange dauert die Entwicklung Ihrer innovativen Lösung und planen Sie weitere Optimierungsmaßnahmen?

Die Innovationszyklen von der ersten Idee zum konkreten klinisch anwendbaren Produkt sind aufwendig, langwierig, risikoreich und kostenintensiv. Die Grundtechnologie unserer innovativen Lösung wurde bereits seit 1978 erforscht und in ersten wissenschaftsbasierten Technologien zunehmend klinisch evaluiert.

Gegen eine Alltagslösung standen jedoch vielfach technische Probleme, Schwierigkeiten bei der Patientenschnittstelle und eine eher komplexe Befunderhebung entgegen. Mit der Integration der neusten Technologien der Impedanztomographie in einen innovativen Intensivrespirator benötigten wir nur zwei Jahre. Dieser kurze Zeitraum war aber nur durch eine enge Kooperation mit einem ähnlich gearteten Unternehmen aus dem Mittelstand möglich.

 

Welche fünf Keywords würden Sie mit Ihrer Lösung verbinden?

Innovativ, revolutionär, einfach, anwendbar und zukunftsorientiert.

 

Wie wichtig ist für Sie die Teilnahme an Wettbewerben wie dem INDUSTRIEPREIS und was bedeutet ein solcher Preis für Ihr Unternehmen und Ihre Arbeit?

Industrie- und Designpreise sind für Mitarbeiter und Geschäftsführung der Salvia medical Anreize für die tägliche Arbeit und für zukünftige Projekte. Diese bestätigen im Innenverhältnis unsere Unternehmenskultur und signalisieren im Außenverhältnis unser Selbstverständnis. Es gibt unterschiedlichste Blickwinkel mit vielen positiven Aspekten, welche für die Teilnahme an dem Industriepreis sprechen. Beispielsweise können Sie auch für potentielle Bewerber mit ein gutes Argument sein, um sich bei uns zu bewerben.

 

Welche Rolle spielt das Thema „Industrie 4.0“ Ihrer Meinung nach für die Wettbewerbsfähigkeit deutschsprachiger Unternehmen?

Mittelständige Unternehmen werden ständig mit den rasch wechselnden nationalen und internationalen Rahmenbedingungen konfrontiert. Am und für den Standort Deutschland werden wir uns nur durch ständige Innovationen und Kreativität behaupten können. Schon immer stand der deutsche Mittelstand für innovative Ansätze, neue Patente und ständige Verbesserungen. Gleichfalls müssen wir im internationalen Wettbewerb aufpassen, dass wir nicht durch Überregulierungen und soziale Übererfüllung unseren Standort nachhaltig schädigen.

 

Wie schafft es Ihr Unternehmen, dauerhaft innovativ zu bleiben? Wie sieht Ihre Zukunftsplanung aus?

Innovativ sein bedeutet Vertrauen in die eigenen Kompetenzen, wirtschaftliche Gesundheit, konsequente Personalentwicklung, entscheidungsfreudige Führungsstärke und ein klares Risikomanagement. Als mittelständischer Betrieb setzen wir auf einen klar fokussierten Unternehmensschwerpunkt, eine innovative Unternehmenskultur und die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit unseren Mitarbeitern. Die Kombination aus eigenem Knowhow, der permanente Schulterschluss zu den Forschungseinrichtungen, sowie der enge Austausch mit unseren Kunden erlauben uns Trends frühzeitig zu erkennen und Kundenbedürfnisse konsequent zu verstehen.

Gleichfalls darf man aber auch die wirtschaftlichen Anstrengungen und Risiken nicht verschweigen, welche teilweise auch durch staatliche projektbezogene Unterstützung ermöglicht werden können und damit zu geeigneten Rahmenbedingungen für Innovationen am Standort Deutschland beitragen können und müssen. Wir werden auch weiterhin unseren Weg als innovatives Unternehmen im Bereich der klinischen Intensivbeatmung verfolgen.

 

Quelle Text/Bild: SALVIA medical GmbH & Co.KG