Siemens trennt sich vom Geschäft mit Krankenhaus-Informationssystemen

Verkauft(fb-August 2014) Die Siemens AG in Erlangen trennt sich nach 14 Jahren mit Verlust von seiner Klinik-IT-Sparte. Für 1,3 Milliarden Dollar (973 Mio. Euro) geht das Geschäft mit Krankenhaus-Informationssystemen an den US-Rivalen Cerner. Die zu verkaufende Sparte setzte zuletzt knapp eine Milliarde Euro um, tat sich aber mit nennenswerten Gewinnen schwer. Siemens-Sektorchef Hermann Requardt räumte ein, gegen den US-Konkurrenten chancenlos gewesen zu sein.

 

Weltweit arbeiten rund 6000 Menschen in dem Bereich, die meisten in den USA, etwa 600 in Deutschland. Das Geschäft solle im ersten Quartal 2015 abgeschlossen werden. Cerner-Manager John Peterzalek sagte den Erhalt der Arbeitsplätze zu. „Es ging uns darum, die Talente zu sichern“, erklärte er. Er rechne mit Synergien vor allem beim Zugang zu den Kunden. Außerhalb der USA sei Siemens in Märkten stark, wo sein Haus kaum vertreten ist.

Künftig werde sich Siemens in der Medizintechnik auf den Ausbau von Systemen konzentrieren, die das Labor-, Bildgebungs- und Therapiegeschäft stützten, erklärte Requardt. Erst jüngst verkauften der Münchener Technologieriese sein Mikrobiologiesegment an die Danaher -Tochter Beckman Coulter. Die traditionsreiche Siemens-Medizintechnik verabschiedet sich immer mehr von der Vorstellung ihres langjährigen Spartenmanagers Erich Reinhardt, an der kompletten Wertschöpfungskette des klinischen Betriebs zu verdienen.

Quelle Text: Handelsblatt Online, Die Presse Online

Quelle Bild: © guukaa – Fotolia.com