Umwelt und Gesundheit: Bundespreis Ecodesign + Nachhaltigkeitspreis

(Januar 2020) Der nachhaltige Umgang mit Ressourcen in einer Kreislaufwirtschaft wird immer wichtiger – in allen Branchen. In der Gesundheitswirtschaft gibt es noch relativ wenige Vorreiter. Ein Blick über den Tellerrand lohnt, denn nicht nur in der Herstellung, im Bau oder in der Logistik, ein Umdenken ist ebenso in den täglichen kleinen wie den großen Verbrauchsgütern notwendig.
So stehen die Wettbewerbe um den Bundespreis Ecodesign und den Deutschen Nachhaltigkeitspreis als positive Beispiele für ein Umdenken in der Wirtschaft. Ende 2019 wurden spannende Projekte vorgestellt.

Bundespreis Ecodesign

Ein SeeElefant als maritime Müllabfuhr, ein Wickelhaus aus Karton, die Integration von Mehlwurmfarmen in Bäckereibetrieben oder ein Sharingsystem für ELastenräder im urbanen Raum – mit innovativen Problemlösungen und Kreativität antworten die Produkte und Ideen der PreisträgerInnen des achten Bundespreises Ecodesign auf die Frage einer nachhaltigen Lebensgestaltung in Zeiten von Ressourcenknappheit und Klimawandel. Auch die „nur nominierten“ Projekte verdienen einen genaueren Blick: Büropapiere von Steinbeis aus 100 Prozent Altpapier, intelligente Produktlösungen für Wassersicherheit im Smart Home (Grohe), eine Duschrinne mit Wärmerückgewinnung lassen sich garantiert auch in Kliniken perfekt integrieren. Alle Projekte, die das Jahr über in einer Wanderausstellung zu sehen sind, findet man hier.

Der Wettbewerb wird seit 2012 jährlich vom Bundesumweltministerium (BMU) und dem Umweltbundesamt (UBA) in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Design Zentrum Berlin (IDZ) ausgelobt und ist damit die höchste Auszeichnung der Bundesregierung für Ökodesign. Einreichungen in den Kategorien „Konzept“, „Service“, „Produkt“ und „Nachwuchs“ sind ab jetzt möglich. Unternehmen, Studierende und Querdenkende sind wieder aufgerufen, sich mit innovativen Dienstleistungen, Konzepten und Produkten bis zum 6. April 2020 zu bewerben.

Deuscher Nachhaltigkeitstag

Zum zwölften Deuschen Nachhaltigkeitstag standen die Themen Biodiversität, Kreislaufwirtschaft, Digitalisierung, Globale Partnerschaften, urbane Mobilität und grüne Startups im Vordergrund. Auf zwei Kongresstagen und in „Deutschlands grünster Gala“ mit Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey, Prof. Klaus Töpfer, Rita Schwarzelühr-Sutter, Anne Haug und Bundespräsident a. D. Joachim Gauck wurden zahlreiche Projekte ausgezeichnet. Eine vierstellige Zahl von Gästen aus Wirtschaft, Politik, Zivilgesellschaft, Forschung und Medien zeigten sich in Düsseldorf begeistert über die abwechslungsreichen und zukunftsweisenden Ideen.

Sieger des Sonderpreises Digitalisierung wurden die Stadtwerke Trier, die Leipziger Verkehrsbetriebe, die Stadt Waiblingen, der BUGA Holzpavillon aus Heilbronn und das Düsseldorfer Startup Retraced. Die Ideen aus Trier, beispielsweise mit Straßenlaternen, die als WLAN-Hotspots oder als Ladestation für Geräte und Fahrzeuge dienten, überzeugten. Gesobau aus Berlin hat zwar keinen Preis gewonnen, unterstützt jedoch die Initiative Cyber Senior, ein Seniorennetz. Von und mit Senioren entwickelt sorgt diese Plattform mit einfachen Mitteln wie Licht an Rollatoren oder Schulungen in digitaler Kompetenz dafür, dass Ältere möglichst lange zu Hause wohnen bleiben. So bleibt Hoffnung … Denn Deutschland ist, vorsichtig gesagt, nicht sehr weit vorn beim Thema Digitalisierung. Birgit Klesper, Deutsche Telekom, versicherte während des Kongresses, dass der Rückstand jedoch aufgeholt werden könne, weil durch Prozessverbesserungen viele Dinge reduziert werden.

Medizinische Startups als Vorreiter für die Branche

Auch medizinische Unternehmen wurden ausgezeichnet. Das Startup ReHub entwickelte mit „Rehago“ eine Virtual-Reality-App für selbstständiges Training. Sie unterstützt den Reha-Prozess halbseitig gelähmter PatientInnen. Weil Pflegepersonal knapp ist, müssen sie ihre Übungen häufig eigenständig ausführen. Im spielerischen Rahmen sind die Übungen abwechslungsreicher und motivierender, die Betroffenen agieren orts- und zeitunabhängig und trainieren somit häufiger sowie individueller. Ziel ist es, den Genesungsprozess zu beschleunigen und zu einem selbstständigen Leben zu verhelfen.

Nominiert war ferner das Startup Noor Medical. Es setzt sich unter dem Motto „Safe Surgery Anywhere“ dafür ein, Operationen in ländlichen Kliniken durch die Bereitstellung von Sterilisationsgeräten sicherer zu gestalten. So sollen Infektionen nach einem medizinischen Eingriff reduziert werden.

Die Bewerbung für die genannten Preise im Jahr 2020 beginnen in Kürze. Über die Webseiten https://www.nachhaltigkeitspreis.de/ und https://bundespreis-ecodesign.de/wettbewerb gibt es aktuelle Informationen.

Hoffentlich wachsen die Gesundheits- und Umweltbranche künftig noch viel enger zusammen, denn sie bedingen sich gegenseitig. Mögen viele Unternehmen noch umweltbewusster, nachhaltiger und zukunftssicher zu entwickeln. Die ersten Startups haben gezeigt, dass es geht. Sicherlich ist hier noch viel Potenzial… Und die Nachfrage nach solchen Lösungen wird sicher anhalten.

Quelle Text und Bild: Mirjam Bauer